Ehrenamt: Eheleute Engelhardt aus Gauangelloch

Frank und Sybille Engelhardt aus Gauangelloch
 
Frank Engelhardt
Als ich gebeten wurde diesen Text zu schreiben, musste ich mich endlich mal wieder mit mir selbst beschäftigen, das kommt doch oft zu kurz in der betriebsamen Hektik des Alltags.
Mir wurde schnell klar, dass die Wurzeln, mich heute für die Gemeinschaft in der Kirche St. Peter Gauangelloch einzusetzen, natürlich in der Vergangenheit zu suchen sind. Mein Elternhaus ist zwar katholisch (aber nicht sehr gläubig). Daher waren meine ersten Kontakte zur Kirche über meine Oma, die mich ab und an sonntags mit in die Kirche nahm. Sie war es auch, die gefördert hat, dass ich zur Erstkommunion gehe.
 
In Vorbereitung darauf lernte ich unseren damaligen Pfarrer kennen, der uns Kinder super auf die Erstkommunion vorbereitete und auch mal für einen Spaß oder ein Fußballspiel zu haben war. Leider wurde dieser Pfarrer nach meiner Erstkommunion versetzt, was ich damals absolut nicht verstehen konnte und meine Beziehung zur Kirche regelrecht zerstörte.
Erst mein Zivildienst bei den Maltesern in Wiesloch brachte mich dem Glauben wieder näher. Eine Gemeinschaft zu erfahren, die die gleichen Werte teilt und auch lebt, und der Glaube, der das alles trägt, war prägend für mich. Ich durfte Teil dieser Gemeinschaft werden, und war in der Jugendarbeit auf Ortsebene und später auf Diözesanebene aktiv und habe wunderschöne Gottesdienste miterleben dürfen, bei denen man gespürt hat, dass Gott anwesend ist. Einfach magisch!
Durch diese Erfahrungen war mir klar, dass ich mich in der Gemeinschaft in der ich lebe auch einbringen möchte. Erst in Form des Fördervereins für die Kirche St. Peter und später im Gemeindeteam in Gauangelloch.
Dass ich jetzt Gemeindeteamsprecher bin, ist eigentlich auch nur „Zufall“. Da es sonst keiner wollte, habe ich mich bereit erklärt die Aufgabe als Sprecher im Team zu übernehmen. Und ich bin sehr dankbar, dass dieses Gemeindeteam das Wort „Team“ wirklich verdient. Jeder hat sich einem Aufgabenbereich gewidmet, der für ihn passt und den er/sie erfüllen kann. Alle sind sich dessen bewusst, dass wir nur gemeinsam die anstehenden Aufgaben lösen können und keiner alleine dasteht.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte dann den, dass jeder in der Gemeinde sich einmal mit sich selbst beschäftigt. Trotz der hektischen Betriebsamkeit sich selbst die Frage stellt, wie wichtig ist mir die Gemeinde, die Gemeinschaft und ist es mir möglich mich im Großen wie im Kleinen einzubringen.
Es werden Veränderungen kommen, aber es ist unsere Einstellung dazu, die prägt, ob wir die Zukunft positiv sehen oder eben nicht!
Bleiben sie bitte positiv eingestellt, denn dann können auch Veränderungen Positives hervorbringen.
 
Mit freundlichen Grüßen und großer Dankbarkeit!
Frank Engelhardt
Gemeindeteamsprecher St.-Peter Gauangelloch
 
Sibylle Engelhardt
Mein Weg zum Ehrenamt…
seit meiner Geburt wohne ich in Gauangelloch, immer noch in meinem Elternhaus. Fast jeden Sonntag ging ich mit meiner Familie, später auch oft mit meinen Großeltern in die Kirche. Ich hatte am gleichen Tag Geburtstag wie unser damaliger Pfarrer und sagte einmal zu ihm auf einem Familienfest: „Dieses Jahr werde ich 5 und du 50, nächstes Jahr werde ich 6 und du 60!“. Klar war auch, dass ich als eines der ersten Mädchen bei diesem Pfarrer unbedingt Ministrantin werden wollte. Außerdem waren die Ministunden bei Stefan Mennicke immer toll! Später haben wir auch viel mit den Ministranten von Leimen unternommen.
Ich half als Lektorin aus und sang sogar kurz im Kirchenchor mit. Mit dem Erwachsen werden änderten sich meine Interessen und die Kirche verlor an Bedeutung. Der Familie zuliebe ging ich Ostern und Weihnachten mal hin, aber im Alltag spielte Kirche plötzlich keine Rolle mehr.
 
Natürlich wollte ich aber kirchlich heiraten, denn da verspricht man sich Treue ein Leben lang!
Nach der Geburt unseres 1. Kindes war mir wichtig, dass unser Sohn getauft wird. Und ich begann mir Gedanken zu machen und viel mit meinem Mann zu diskutieren, welche Werte wir unseren Kindern vermitteln wollen. Das war nicht immer einfach, denn wenn ich erzählt habe, dass Gott uns Menschen geschaffen hat, bekam ich zur Antwort von einem unserer Söhne: „Papa hat aber gesagt, wir stammen vom Affen ab…“. Oft besprachen wir, dass für uns Naturwissenschaft genauso wichtig ist wie der Glaube. Eins schließt das Andere für uns auch nicht aus. In einem waren wir uns aber immer einig. Wir wollen, dass unsere Kinder mit christlichen Werten aufwachsen und den Besuch der Kirche nicht negativ empfinden.
So übernahmen wir das Amt der Kinderkatecheten. Gemeinsam mit Familie Beck bereiten wir seit 2009 zu jedem 10.30 Uhr Gottesdienst, wenn kein Familiengottesdienst ist, eine Aktion für Kinder im Edith-Stein-Haus vor. Vom Tagesgebet bis zur Gabenbereitung gehen wir dann aus der Kirche und lesen das Tagesevangelium in kindgerechter Form. Dazu gibt es dann immer noch etwas zu Malen, Basteln oder Spielen.
Kurz darauf wurde auch der Taufkreis, den es bis dahin nur in Nußloch gab, auf die Seelsorgeeinheit ausgeweitet und den wir für Gauangelloch (gemeinsam mit Familie Beck) übernommen haben.
Besondere Freude bereiten mir auch die monatlichen Gemeindetreffs, die Feste und besonderen Gottesdienste mit unseren außergewöhnlichen Buffets.
 
Ich freue mich sehr, dass mein Mann sich in meinem Heimatort so engagiert, und dass einer unserer Söhne mit heute 20 Jahren immer noch Ministrant ist!
 
Vielen Dank an alle tollen Ehrenamtler in Gauangelloch, mit denen ich zusammen arbeiten darf!
Sibylle Engelhardt