Werte und Vision

Unser Handeln ist getragen von unseren Werten. Festgehalten sind sie in den Grundsätzen unserer Gründungsvereinbarung. Die dort formulierte Vision lautet: Wir wollen zusammen wachsen. Hier stellen wir die Grundsätze zusammen mit unseren Zielen vor. 
  
 

Unsere Ziele und Grundsätze

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre – in Erkundungsgruppen, Veranstaltungen und Gremien – sind Grundsätze gewachsen, die uns tragen. Sie helfen uns, Projekte gelingen zu lassen und eröffnen Räume, in denen Menschen ihr Engagement entfalten können. Sie helfen uns, unsere Ziele zu erreichen:
 
  1.  Ein geistlich-vitales Miteinander.
  2.  Wachstum in der je eigenen originellen Berufung (von Einzelnen, Gruppen, Orten und Kristallisationspunkten).
  3.  In den Dialog mit Gott und der Welt zu treten.
Die folgenden Grundsätze prägen unser Miteinander auf allen Ebenen und in allen Formaten – haupt- wie ehrenamtlich. Sie ermutigen uns, jeweils passende Wege zu finden und mutig Schritte zu setzen.
 

Offenheit für das Wirken Gottes

Wir rechnen mit Gottes Gegenwart und öffnen uns für sein Wirken.
 
Beispiele: Zeiten der Ruhe zulassen; Gebet bewusst in den Alltag integrieren; Resonanzrunden zu inneren Berührungen gestalten; Unterbrechungen als Chance begreifen; im Zeitplan Raum für Unvorhergesehenes lassen; Fragen wie „Wo wirkt Gott gerade in meinem Leben?“ stellen; Gebetsformen des Heiligen Ignatius von Loyola pflegen (z. B. Gebet der liebenden Aufmerksamkeit); pilgern, um das Gottvertrauen zu stärken; aus einer empfangenden, sakramentalen Grundhaltung leben; nach Ignatius „Gott in allen Dingen suchen, finden und lieben“.
 

Begegnung

Wir rechnen mit Gottes Gegenwart und öffnen uns für sein Wirken.
 
Beispiele: Lagerfeuerrunden; gemeinsame Mahlzeiten; Sitzgruppen gestalten; unverplante Zeit einräumen; aktiv auf Menschen zugehen; Themenabende anbieten; Begegnungen an alltäglichen Orten fördern (Markt, Gasthaus, Natur); gemeinsame Wanderungen und Wallfahrten.
 

Begleitung

Wir gehen mit, hören zu und fördern die Einzigartigkeit von Menschen, Gruppen und Orten.
Beispiele: Erfahrungen anbieten und gemeinsam reflektieren; Zeit schenken; persönliche Kompetenzen stärken; klare Ansprechpersonen benennen; die Eigenart jeder Gemeinde respektieren; Lebensphasen begleiten (Segensfeiern, Besuche, Glückwünsche zum 18. Geburtstag).
 

Freiheit

Wir geben Freiraum für Experimente und ermutigen zu Vielfalt und Kreativität.
Beispiele: Verantwortung übertragen; freiwillige Teilnahme ermöglichen; eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit pflegen; Mut zu neuen Wegen stärken; exemplarisch vorangehen; kreative Ideen unterstützen; Gruppenprozesse offen gestalten; „Jeder darf – keiner muss“ leben; Entscheidungen delegieren („Entscheide du!“).
 

Ganzheitlichkeit

Wir ermöglichen Erfahrungen, die Körper, Geist und Seele berühren.
Beispiele: Pilgern und Bewegung; liturgischer Tanz; innere Resonanz zum Gehörten oder Erlebten bewusst wahrnehmen; Kreativität ausleben; praktische Projekte gestalten; gutes Essen bieten; Musik nutzen; Sinneserfahrungen ermöglichen; Stille und Freude teilen; elementare Begegnungen mit der Schöpfung fördern.
 

Gemeinschaft

Wir teilen Leben und Glauben – mit Offenheit, Freude und echter Beteiligung.
Beispiele: Einladungen und Kennenlernen fördern; gemeinsame Projekte initiieren; Zugehörigkeit stärken; Symbole einsetzen; Begegnungsorte liebevoll gestalten; Fürbitten füreinander, gemeinsam singen und essen; Räume für Austausch schaffen; Trauer gemeinschaftlich tragen; Resonanzrunden anbieten; Gottesdienste aktiv mitgestalten.
 

Persönliche Begeisterung

Wir freuen uns über Menschen, die brennen – und lassen uns von ihrer Freude anstecken.
Beispiele: Vielfalt annehmen und wertschätzen; Talente einbringen lassen; persönliche Erfahrungen als Quelle des Engagements nutzen; wertschätzende Rückmeldungen geben; Mitfreude durch kleine Zeichen ausdrücken (Mail, Daumenhoch etc.); von inspirierenden Projekten erzählen.
 

Qualität

Wir arbeiten flexibel und zugleich sorgfältig – verlässlich, professionell und gut vorbereitet.

Beispiele: Verlässlichkeit sicherstellen; konstruktives Feedback fördern; eigene Grenzen anerkennen und Unterstützung holen; klare und gelungene Kommunikation pflegen; ästhetisch hochwertige Materialien verwenden; passende Schulungen anbieten.
 

Rahmenbedingungen

Wir schaffen Orte und Strukturen, in denen Menschen wirken und wachsen können.

Beispiele: gut erreichbare und einladende Räume; klare Beschilderung; atmosphärisch gestaltete Orte; gute Verpflegung; Zeit für Austausch; kurze Abstimmungswege; klare Aufgabenverteilung; verlässliche Organisation; moderne Ausstattung; vielfältige Kommunikationskanäle.
 

Solidarität

Wir suchen eine Verbundenheit, die uns zu gemeinsamem Handeln führt.

Beispiele: gemeinsame Prozessschritte gestalten (wahrnehmen – vergleichen – straffen – entscheiden – handeln); verbindende Symbole nutzen; gemeinsame Veröffentlichungen planen; aufmerksam zuhören; im Notfall unterstützen; Familien finanziell helfen; gemeinsame spirituelle Erfahrungen teilen.
 

Synodale Mentalität

Wir leben Synodalität – hörend, beteiligend und einmütig entscheidend.

Beispiele: um den Heiligen Geist beten; Momente der Stille einbauen; Resonanzen zum Gehörten teilen; Anliegen hinter Meinungen entdecken; gestufte Meinungsbilder einholen; „Bauchgrimmen“ achtsam klären; Entscheidungen mit einer qualifizierten Mehrheit (mindestens 2/3) treffen.
 

Themenbezogenes gemeinsames Engagement

Wir verbinden Menschen, die für ein Thema brennen – und lassen die Dynamik wirken.

Beispiele: wenige Vorgaben machen; Menschen mit gleicher Leidenschaft vernetzen; Glaubensmotivation sichtbar machen; Inspirationswerkstätten anbieten; bewährte Methoden nutzen (z. B. Fishbowl); Best-Practice-Beispiele teilen; Zukunftskongresse gestalten; projektorientierte Formate fördern (z. B. Chöre, Sternsinger).
 

Wertschätzung

Wir sehen Engagement – und sagen es ehrlich, herzlich und konkret.

Beispiele: schöne Erfahrungen weitergeben; positive Rückmeldungen aussprechen; Leistungsdruck vermeiden; situationsgerecht reagieren; Dank am Schluss ausdrücken; kleine Geschenke oder Feste organisieren; Dankes-Essen gestalten; Engagement würdig abschließen; Anerkennung als Motivation einsetzen.
 

Willkommenskultur

Wir gestalten Orte, an denen Menschen vom ersten Moment an spüren: Du bist willkommen!

Beispiele: persönliche Einladungen aussprechen; Namensschilder nutzen; Räume liebevoll gestalten; achtsam begrüßen („Schön, dass du da bist.“); rechtzeitig vor Ort sein; gute Esskultur pflegen; freundlich ansprechen; aktiv auf neue Personen zugehen; Begrüßungsdienste einsetzen; digitale Hilfen wie Apps nutzen.
 

Die Gründungsvereinbarung

 
Unsere Gründungsvereinbarung hält alle in der Entwicklung hin zu Kirchengemeinde Wiesloch getroffenen Entscheidungen fest. Darunter auch die hier vorgestellten Grundsätze. Damit ist sie Grundlage für die erste Wegstrecke der neuen Pfarrei, die nach der Pfarrkirche St. Aegidius heißt. Die Gründungsvereinbarung ist ein Arbeitsdokument, mit dem die neuen Pfarreien in der Erzdiözese Freiburg ihre Ausrichtung und Arbeitsweise beschreiben. Sie steht am Ende des Entwicklungsprozesses „Kirchenentwicklung 2030“ und zugleich am Anfang der neuen Gemeinde. „Wir betrachten diesen Prozess weiterhin als offen und von Gott gewirkt. Weitere Entscheidungen werden folgen und diese Vereinbarung daher ‚weiterschreiben‘“, heißt es im Vorwort.